Mein Buch und meine Synopse

Sonnenuntergang über Maspalomas – Gran Canaria

Im Jahre 2013 veröffentlichte ich im Akademiker Verlag die erweiterte Neuauflage meines Buches „Unzeitgemäße Betrachtungen zu Gen 1,5 und zu Heraklits Logos“, ISBN-Nr: 978-3-639-10467-7. Sollten Sie neugierig geworden sein, auch einen Blick in dieses Buch zu werfen, so lade ich Sie ein, sich die PDF-Datei [Betrachtungen ] herunterzuladen. Bedenken Sie, dass die Buchdatei einen Umfang von 68 Seiten hat und dementsprechend die Ladezeit ist!

Zwischenzeitlich habe ich eine Synopse, d.h. eine vergleichende Gegenüberstellung von Texten zu       Gen 1,1-31, Gen 2,1-25 und Gen 3,1-24 erstellt. Sollten Sie auch hieran Interesse haben, so darf ich Sie weiter einladen, auch diese PDF-Dateien [GEN1] [GEN2] [GEN3] [GEN4] [GEN5] herunterzuladen.

Eventuell möchten Sie aber auch vor der Lektüre des Buches sich erst einmal die eine oder andere Rezension [hier] anschauen.

 

Notiz zu der Vulgata-Synopse „In principio creavit … “ von Dr. Georg Bubolz

Warum eine Vulgata-Synopse mit lateinischem und deutschem Text?

Zunächst ist es grundsätzlich wesentlich, sich den Zusammenhang von Sprache und Denken bewusst zu machen. Ein kurzer Blick auf uns vertraute westliche Sprachen macht  deutlich, wie unterschiedlich Gedanken ausgedrückt werden. Einige gängige Beispiele:

– Das Französische kennt kein Neutrum, alles Bezeichnete ist entweder männlich oder weiblich. Das hat natürlich Konsequenzen in Hinblick auf eine geschlechtsspezifisch polare Sichtweise.

– Im Englischen ist das Geschlecht zumeist hinter dem geschlechtsumfassenden Artikel  versteckt, sodass es offen bleibt, ob es sich bei „teacher“ etwa um eine Lehrerin handelt oder einen Lehrer. (Gelegentlich ist auch ein Whiskey gemeint.)

– Im Finnischen gibt es – vereinfachend dargestellt – keine grammatikalischen Geschlechter. Wo im Deutschen also zwischen „sie“ und „er“ unterschieden wird, gibt es nur „hän“. Bis zum Ende eines Romans kann es beispielsweise offen bleiben, ob der  Protagonist als Mann oder als Frau beschrieben wird – ein Stilmittel, das die deutsche Sprache nicht kennt. (Man wird sich die Probleme beim Übersetzen eines solchen Romans ausmalen dürfen, oftmals sind Fehler nicht auszuschließen.)

– Das Grönländische hat nur Zahlen bis 20. Was darüber hinaus zu zählen ist, kann nur in einer anderen Sprache (z.B. Dänisch) erfolgen. Möglicherweise liegt es auch daran, dass aus der Geschichte Grönlands keine großen Mathematiker bekannt sind.

Wenn wir wissen, welche Sprachen bei einer Übersetzung tangiert sind, können wir bestimmte Rückschlüsse auf  Denken und Empfinden des Übersetzenden ziehen. Das gilt auch bei der Vulgata-Übersetzung. Die vorgelegte  Synopse lässt  Eigenheiten des  lateinischen Denkens und Sprechens deutlich werden, fokussiert exemplarisch Probleme der biblischen Textkritik, der Editionsarbeit und der Übersetzungen biblischer Texte in die deutsche Sprache. Der Blick „springt“ von einer Kultur zur anderen und ermöglicht „fruchtbare Momente“ (Friederich Copei) beim Abgleich.

Insofern ist die Synopse von Hans Dieter Peltzer von hohem Wert im Kontext der Erhellung einer polyglotten Überlieferungsgeschichte der Bibel von den Sprachen des Vorderen Orients  über das Lateinische bis hin zum Deutschen.

Dr. Georg Bubolz

 

Notiz zu der Vulgata-Synopse „In principio creavit … “ von Dr. theol. Karl-Heinz Minz

Es ist eine sehr lesenswerte Synopse, macht sie doch die Probleme der biblischen Textkritik, der Editionsarbeit und der Übersetzungen biblischer Texte in die deutsche Sprache deutlich.

Freilich: Seitdem das Brevier auf Deutsch gebetet wird, dürfte bei der katholischen Geistlich­keit nur noch wenig Interesse an Vulgatatexten bestehen. Und im heutigen schulischen Religions­unterricht ist eine solche textkritische Untersuchung schlichtweg eine Überforderung: Die rot-grünen Ökofantasten in Nordrhein-Westfalen haben kürzlich durch Streichung des Latinums für zahlreiche Studiengänge den Lateinunterricht marginalisiert. Die allermeisten Lehrkräfte werden daher keine Kenntnis dieser Sprache mehr haben.

Die Ausbildung der Religionslehrer/innen ist inzwischen auf das Ramsch-Niveau von soge­nannten „Zertifikatskursen“ abgesunken. In diesen Kursen werden ebenfalls keinerlei Kennt­nisse der biblischen Sprachen mehr verlangt, auch nicht vom Latein der Vulgata und der Kir­chenväter. Angesichts der Nivellierung des Theologiestudiums (B. A. etc.) kann weiter gefragt werden, ob die heutigen Kleriker noch in der Lage sind, solche Vulgata-Synopsen zu überset­zen und zu in­terpretieren.

Positiv jedoch: Dieser große, zeitlose Text der Weltliteratur sollte im Lateinunterricht als Über­gangslektüre nach dem Erlernen der Grammatik gelesen werden. Die SuS können an dieser Synopse lernen, welcher sensible Umgang mit Sprache, dem Haus des Seins, notwendig ist, um deren vieldimen­sionalen Sinn zu ent-decken und zu verstehen.

Für das Kabinettstück dieser Synopse gebührt dem Philologen und Philosophen Hans Dieter Peltzer daher großer Dank.

Dr. theol. Karl-Heinz Minz